Als „Ideenwerkstatt" lobte Angela Merkel die IG BCE. Insbesondere Zukunftsthemen wie Bildung und Integration habe man frühzeitig erkannt und passgenaue Lösungen entwickelt. Einer der emotionalsten Momente ihrer erste Amtszeit sei die Begegnung mit den Gastarbeitern der ersten Generation im Kanzleramt gewesen, erzählte die 55-Jährige. Dabei habe sie erkannt, dass Gewerkschaften vielfach Integration vielfach schon in den Betrieben gelebt hätten, „als die Gesellschaft noch längst nicht so weit war". Diese Orientierung nach vorn, wie sie auch das Kongressmotto „Vorwärts denken. Verantwortlich handeln" ausdrückt, wünsche sie sich manchmal auch in der CDU, fügte Merkel hinzu. „Viele der Diskussionen über Nano- und Gentechnik, die Sie immer wieder führen, vermisse ich manchmal in meiner eigenen Partei." Auch beim Thema Energiepolitik war sich die Kanzlerin einig mit der IG BCE. Es müsse einen Mix geben aus verschiedenen Energiequellen, sagte sie. „Ich sehe wenig Sinn darin, aus Tschechien Energie zu importieren, weil in Bayern schon alle Atommeiler abgeschaltet sind."
Der neue IG BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis werde genau wie sein Amtsvorgänger „offene Türen" vorfinden, sagte Merkel. Man werde sich auch ohnehin bald sehen, wenn die nächste Gesprächsrunde zur Krise anstehe. Ob man diese allerdings künftig „Rat für verantwortliches Handeln in der sozialen Marktwirtschaft" nennen werde, wie von Vassiliadis vorgeschlagen, müsse man erst sehen. „Da muss ich mal die Arbeitgeber fragen, was die davon halten", scherzte Merkel, und verabschiedete sich.