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Landesbezirk Baden-Württemberg

BASF Pigment GmbH, Besigheim

Irgendwann seien bei Auswertungen die hohen Krankheitsstände in einem Bereich der Produktion aufgefallen, sagt Irmtraud Schneele-Schultheiss, Betriebsratsvorsitzende der BASF Pigment GmbH, einer hundertprozentigen Tochter der BASF mit 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im baden-württembergischen Besigheim.

Aktivpause
Foto: BASF Pigment GmbH
Es war der Bereich der Rotmüllerei, wo die meisten Tonnagen durchgehen. Bis zu 7.000 Tonnen pro Jahr müssen von den Kollegen bewegt werden. Dauerkrankheiten an Knie und Rücken sind die Folge.

Irmtraud Schneele-Schultheiss suchte Rat bei der IG BCE. Die Gewerkschaft präsentierte ein erfolgreiches Fallbeispiel zur Gesundheitsförderung aus einem mittelständischen Unternehmen, in der Größe mit der BASF Pigment vergleichbar. Der Betriebsratsvorsitzenden war sofort klar: "So was müssen wir bei uns auch machen. Und erreichen, was die geschafft haben: dass sich die Fit-Pausen verselbständigen."

Da die BASF seit Jahren die Gesundheit ihrer Mitarbeiter unter dem Demografie-Programm Generations@Work fördert, wurden die Erfahrungen zusammengebracht und beide Ansätze verbunden. Im Oktober 2008 startete in der Rotmüllerei der BASF Pigment das Pilotprojekt: Gesunder Mensch. Dreh- und Angelpunkt sind die Aktivpausen zweimal in der Woche mit einer externen Trainerin, in einem stillgelegten Produktionsraum direkt neben den Produktionseinrichtungen.

Pausentraining
Foto: BASF Pigment GmbH
"Mit den Pausen in der Arbeitszeit, jeweils zum Schichtwechsel, wollen wir gemeinsam mit der Geschäftsleitung signalisieren: wir investieren Arbeitszeit, eine Trainerin, technische Anschaffungen. Es ist uns etwas wert, das Ihr das macht. Nehmt es an!", sagt Schneele-Schultheiss.

Zusätzlich zu den Trainingseinheiten gibt es arbeitserleichternde Veränderungen in der Produktion. Zum Beispiel durch eine neue Arbeitsbühne, damit die Mitarbeiter nicht mehr per Hand die schweren Säcke eine Leiter hoch schleppen müssen.

"Wir würden natürlich gern mal die Karten legen und sagen können, welche Angebote und Veränderungen, die ja noch weiter gehen, Sinn machen. Doch leider hat da die Kurzarbeit im vergangenen Jahr dazwischen gefunkt." Allen Beteiligten ist klar, dass die gesundheitsfördernden Maßnahmen erst mit stabiler Kontinuität erfolgreich sein können. Die Kurzarbeit aber hatte Mitarbeiterzahlen und Anwesenheitszeiten stark schwanken lassen. Deshalb kommt immer noch zweimal in der Woche eine Trainerin zu BASF Pigment - mit dem Ziel, dass irgendwann die Mitarbeiter auch ohne Anleitung eine Aktiv-Pause einlegen.

(Susanne Kettelför)



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