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Grüne Gentechnik: Nicht mit den Ängsten spielen

Rücktritt vom Fortschritt?

In Bayern haben sich verschiedene Gruppen zusammengeschlossen, um gemeinsam gegen Gentechnik in der Landwirtschaft und für den „Erhalt der Heimat" zu kämpfen. Die sogenannte grüne Gentechnik erregt seit Jahren die Gemüter. Die Fronten zwischen Gegnern und Befürworten sind so verhärtet, dass gemäßigte Stimmen, die eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema voranbringen wollen, nicht mehr durchdringen.

Junge Maispflanzen
Foto: iStockphoto / Selahattim BAYRAM

Nach der Novellierung des Gentechnikgesetzes schien es allerdings so, als ob man endlich zu einer vernünftigen Auseinandersetzung kommen könnte. Das die Bewegung in Bayern nun die Politik wieder so unter Druck zu setzen scheint, dass CSU - Landwirtschaftsministerin Aigner die längst überwunden geglaubte Auffassung vertritt, ein Moratorium durchsetzten zu wollen, zeigt die Schwäche der Politiker diese Debatte unter ihrer Kontrolle sachlich zu führen. Dazu äußert sich Edeltraud Glänzer, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der IG BCE:

 „Es ist schon bedauerlich zu sehen, wie sehr die Politik in Bezug auf die Grüne Gentechnik erneut versagt. Hat sie bereits bei der Novellierung keine klare Linie gezeigt, ist es nun umso schärfer zu verurteilen, dass jetzt auch sämtliche Sicherheitsforschung in Bayern verboten werden soll. Dies wäre nachzuvollziehen, wenn die bisherigen Forschungsergebnisse Anlass zur Sorge geben würden. Das Gegenteil ist aber der Fall. Bisher konnte kein wissenschaftlich fundierter Beweis der bisher zugelassenen Sorten vorgelegt werden, der ein Verbot rechfertigen würde.

 Sicher muss man vorsichtig sein, wenn bewusst gentechnisch veränderte Pflanzen in die Umwelt gebracht werden. Aber dafür existieren auch strenge Regularien. Gerade die grüne Gentechnik muss man differenziert betrachten. Das fängt bei der verwendeten Sorte an und hört bei der Art der Veränderung auf. Ein generelles Verbot wäre sowohl aus wissenschaftlicher als auch aus forschungspolitischer Sicht nicht zu begründen und ein verheerendes Signal. Und mit welcher Begründung will man den ein Produkt verbieten, dass sämtlichen Vorschriften entspricht?

 Wichtiger als ein Verbot wäre, sich der Verantwortung als Politikerin und Politiker zu stellen, und die Verbraucher aufzuklären, anstatt durch eine solche Diskussion weiter zu verunsichern. Das Verbreiten von Angst muss endlich aufhören und Landwirte, die sich für einen Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen entschieden haben, dürfen nicht länger angefeindet werden. Und schließlich sollten auch die Kritiker der grünen Gentechnik endlich dazu kommen, eine differenzierte Betrachtung anzunehmen. Es gibt Pflanzen, deren Pollten weit fliegt und die sich mit Wildpflanzen kreuzen können und es mag bedenkliche gentechnische Veränderungen geben, wenn diese z. B. ein Resistenzen gegen Antibiotika enthalten. Wenn diese Fakten kritisch diskutiert werden, dann kann man die Argumente auch wieder ernst nehmen. Aber durch die Lande zu ziehen und mit den Ängsten der Menschen zu spielen, ist der falsche Weg."


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