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Branche

Chemische Industrie

Deutschland ist - nach wie vor - einer der wichtigsten Chemieproduzenten der Welt und für circa 25 Prozent der europäischen Chemieproduktion verantwortlich. Erfasst man auch die Chemieunternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten, so sind allein in Deutschland über 430000 Beschäftige direkt in der chemischen Industrie tätig.

Chemische Reagenzgläser mit Mensuren und Pipette
Foto: Wolfgang Filser

Eine weitere erhebliche Anzahl von Arbeitsplätzen wird bei den inländischen Zulieferern durch die Nachfrage der Chemieunternehmen geschaffen. Darüber hinaus entsteht entlang der Wertschöpfungskette weitere Beschäftigung. 

Als eine der innovativen Leitbranchen der deutschen Volkswirtschaft trägt die deutsche chemische Industrie entscheidend zur Sicherung der volkswirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und zum Wohlstand Deutschlands bei. Sie ist damit eine der tragenden Säulen unserer Wirtschaft.


Die deutsche Chemieindustrie in der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise

Bis zu der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 wies die chemische Industrie in Deutschland sehr erfreuliche Zuwächse beim Umsatz und in der Produktion aus. Als stark exportorientierte Branche ist die chemische Industrie von der aktuellen Krise stark erfasst worden. Sie hatte aber bis zur Krise gezeigt, dass sie die Herausforderungen durch die zunehmenden internationalen Verflechtungen und den intensiveren Wettbewerb angenommen und mit Erfolg bewältigt hatte. Es waren mehrere Faktoren, die diesen Erfolg ermöglicht hatten. Diese Erfolgsfaktoren bieten gute Chancen, dass die deutsche chemische Industrie nach Bewältigung der Krise an die positive Entwicklung anknüpfen kann.


Erfolgsfaktoren für heute und morgen

Die chemische Industrie in Deutschland hat insbesondere in den neunziger Jahren ihre „Hausaufgaben" gemacht. Durch umfangreiche Restrukturierungen und Modernisierungsprozesse haben sich die Unternehmen an die veränderten Wettbewerbs- und Umfeldbedingungen angepasst. Ein Beispiel für diese - für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht immer leichten Veränderungen - ist die Entstehung von leistungsfähigen Chemie- und Industrieparks. Hier produziert mittlerweile ein erheblicher Teil der chemischen und pharmazeutischen Unternehmen in Deutschland sehr erfolgreich.

Eine ausgesprochen leistungsstarke Volkswirtschaft mit einer einzigartigen "Dichte" von modernen Chemieunternehmen - in Verbindung mit einer ebenso großen wie leistungsfähigen Abnehmerindustrie - bietet Gewähr für gewinnträchtige Kooperationen und Geschäfte.

Die Arbeitskräfte in Deutschland sind - immer noch - die mit am besten qualifizierten in Europa. Davon profitiert in hohem Maße auch die hiesige chemische Industrie. Das duale System der Berufsausbildung und das hohe Niveau an den Fachhochschulen und Universitäten bieten Gewähr dafür, dass die Unternehmen über hervorragend qualifizierte Arbeitskräfte verfügen können.

Die eingeleiteten Reformen im beruflichen und universitären Bildungsbereich werden auch in Zukunft dafür sorgen, dass die benötigten Fachkräfte bereit stehen.

In der chemischen Industrie in Deutschland sind - mit Unterstützung der Arbeitnehmervertretungen - schon früh innovative Arbeitsgestaltungskonzepte eingeführt worden. Damit konnten die technologischen und organisatorischen Umgestaltungen, aber auch neue unternehmerische Strategien entscheidend vorangebracht und umgesetzt werden.

Es ist in Deutschland mittlerweile unbestritten, dass die über Jahrzehnte entwickelte Sozialpartnerschaft - sowohl in den Unternehmen zwischen Betriebsräten und Management als auch zwischen dem Arbeitgeberverband (BAVC) und der Chemiegewerkschaft IG BCE - ein Erfolgsfaktor für die chemische Industrie darstellt. Die Sozialpartnerschaft wird als ein positives Element gesehen, mit dem insbesondere die „weichen" Erfolgsfaktoren wie Motivation und Leistungsfähigkeit, die Qualität der Führung, die Veränderungsbereitschaft der Organisation und die Entwicklung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter produktiver gestaltet werden können.



Ohne Chemieindustrie kein Klimaschutz und nachhaltige Energieversorgung

Der Klimaschutz und der ressourcenschonende Einsatz von Energie und Rohstoffen sind die großen Herausforderungen unserer Zeit. Die chemische Industrie benötigt zur Produktion in wichtigen Segmenten viel Energie, wobei auch Treibhausgase freigesetzt werden. Deshalb war und ist erklärtes Ziel der deutschen Chemieindustrie, den Ausstoß der Treibhausgase zu senken. Bereits jetzt hat die Branche dabei erhebliche Erfolge vorzuweisen. Die Unternehmen der deutschen Chemieindustrie werden schon allein aus Kostengründen weiter konsequent an innovativen Verfahren forschen und arbeiten, um Energie, Rohstoffe und Technologien ressourcen- und energieeffizient nutzen zu können.

Die heutigen und zukünftigen Energie- und Rohstofffragen und die Herausforderungen des Klimaschutzes werden nur gelöst werden, wenn weltweit in allen Lebensbereichen so sparsam und so wirksam wie möglich mit den Ressourcen umgegangen wird. Es wird leicht übersehen, dass die Chemie schon heute mit vielen ihrer Produkte dazu unverzichtbare Beiträge leistet. Ohne die Produkte und Technologien der Chemie werden die umweltpolitischen Herausforderungen nicht gelöst werden können.

So sind chemische Verfahren und Produkte unverzichtbar, um innovative und kostengünstige Dämmstoffe zur Energieeinsparung herzustellen, um wettbewerbsfähige regenerative CO2-freie Energie und Wärmetechnologien zu produzieren und um durch neuartige technologische Verfahren Schadstoffe zu minimieren beziehungsweise gar nicht erst entstehen zu lassen.

 

Weiterführende Links und Downloads:
Wirtschaftliche Lage der chemischen Industrie 2009 und im 1. Halbjahr 2010
Brancheninfo Nr. 8 / April 2010

Chemiefaserindustrie kämpft in einem schwierigen Umfeld
Brancheninfo Nr. 16 / Juli 2010 - Betriebsräteforum am 28. Juni 2010

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