Eine weitere erhebliche Anzahl von Arbeitsplätzen wird bei den inländischen Zulieferern durch die Nachfrage der Chemieunternehmen geschaffen. Darüber hinaus entsteht entlang der Wertschöpfungskette weitere Beschäftigung.
Als eine der innovativen Leitbranchen der deutschen Volkswirtschaft trägt die deutsche chemische Industrie entscheidend zur Sicherung der volkswirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und zum Wohlstand Deutschlands bei. Sie ist damit eine der tragenden Säulen unserer Wirtschaft.
Starke Erholung nach der Krise
Die chemische Industrie in Deutschland hat die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise erfreulich gut und schnell überstanden. Dazu haben maßgeblich die beschäftigungssichernden Maßnahmen der Sozialpartner und der Bundesregierung beigetragen. Der starke Aufschwung nach der Krise zeigt, dass die Branche die Herausforderungen durch die zunehmenden internationalen Verflechtungen und den intensiveren Wettbewerb angenommen und mit Erfolg bewältigt hat. Es waren mehrere Faktoren, die diesen Erfolg ermöglicht hatten. Diese Erfolgsfaktoren bieten gute Chancen, dass die deutsche Chemieindustrie auch für zukünftige Herausforderungen gewappnet ist.
Erfolgsfaktoren für heute und morgen
Die chemische Industrie in Deutschland hat bereits in den neunziger Jahren begonnen ihre „Hausaufgaben" zu machen. Durch umfangreiche Restrukturierungen und Modernisierungsprozesse haben sich die Unternehmen an die veränderten Wettbewerbs- und Umfeldbedingungen angepasst. Ein Beispiel für diese - für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht immer leichten Veränderungen - ist die Entstehung von leistungsfähigen Chemie- und Industrieparks. Hier produziert mittlerweile ein erheblicher Teil der chemischen und pharmazeutischen Unternehmen in Deutschland sehr erfolgreich.
Eine ausgesprochen leistungsstarke Volkswirtschaft mit einer einzigartigen "Dichte" von modernen Chemieunternehmen - in Verbindung mit einer ebenso großen wie leistungsfähigen Abnehmerindustrie - bietet Gewähr für gewinnträchtige Kooperationen und Geschäfte.
Die Arbeitskräfte in Deutschland sind - immer noch - die mit am besten qualifizierten in Europa. Davon profitiert in hohem Maße auch die hiesige chemische Industrie. Das duale System der Berufsausbildung und das hohe Niveau an den Fachhochschulen und Universitäten bieten Gewähr dafür, dass die Unternehmen über hervorragend qualifizierte Arbeitskräfte verfügen können.
Die eingeleiteten Reformen im beruflichen und universitären Bildungsbereich werden auch in Zukunft dafür sorgen, dass die benötigten Fachkräfte bereit stehen.
In der chemischen Industrie in Deutschland sind - mit Unterstützung der Arbeitnehmervertretungen - schon früh innovative Arbeitsgestaltungskonzepte eingeführt worden. Damit konnten die technologischen und organisatorischen Umgestaltungen, aber auch neue unternehmerische Strategien entscheidend vorangebracht und umgesetzt werden.
Es ist in Deutschland mittlerweile unbestritten, dass die über Jahrzehnte entwickelte Sozialpartnerschaft - sowohl in den Unternehmen zwischen Betriebsräten und Management als auch zwischen dem Arbeitgeberverband (BAVC) und der Chemiegewerkschaft IG BCE - ein Erfolgsfaktor für die chemische Industrie darstellt. Die Sozialpartnerschaft wird als ein positives Element gesehen, mit dem insbesondere die „weichen" Erfolgsfaktoren wie Motivation und Leistungsfähigkeit, die Qualität der Führung, die Veränderungsbereitschaft der Organisation und die Entwicklung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter produktiver gestaltet werden können.