In der Produktion geht es beispielsweise um's Heben und Tragen. Gemeinsam mit der AOK erstellen die Akteure im Arbeitskreis Bewegungsanalysen und machen Videoaufnahmen, anhand derer die falschen und richtigen Bewegungen besprochen werden. Der Klassiker ist das Heben einer Kiste nicht aus dem Kreuz, sondern aus den Knien heraus. Der Betrieb setzte nach den Analysen kurzfristig Verbesserungsvorschläge hinsichtlich der Arbeitseinrichtungen um, wie zum Beispiel das Sperren aller untersten Regalböden im Versand oder die Begrenzung der Verpackungsgewichte auf maximal 20 Kilogramm. Zur Ergonomie am Arbeitsplatz wurden spezielle Workshops entwickelt. Die Auszubildenden im ersten Lehrjahr absolvieren einen Tages-Workshop, mit dem sie den Ergonomie-Führerschein bekommen. Sie sollen so gleich beim Start in das Berufsleben für das Thema Gesundheit sensibilisiert werden. Seit 2005 gibt es bei HEWI eine Betriebsvereinbarung "Gesunde Mitarbeitergespräche", laut der die Führungskräfte speziell geschult werden für den Umgang mit Mitarbeitern, die nach einer Krankheit wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren. In der Kantine wird jeden Tag ein ernährungsbewusstes Mittagsmenü angeboten. Einmal im Jahr gibt es Aktionen bei den Gesundheitstagen, jedes Mal mit anderem Schwerpunkt. 2010 soll es um Stressmanagement und Entspannung gehen.
Organisiert werden diese Gesundheitstage sowie auch alle anderen Initiativen vom Arbeitskreis Gesundheit, dem auch der Betriebratsvorsitzende Gerhard Liese angehört. "Der Mensch ist ein Gewohnheitstier", sagt er, "wir müssen immer wieder bestimmte Dinge ins Gedächtnis rufen, damit sie sich dann wirklich ändern."
Im vergangenen Jahr wurde HEWI beim Gesundheitspreis "Gesunde Betriebe Nordhessen" des Regionalmanagements Nordhessen mit dem ersten Preis in der Kategorie Großunternehmen ausgezeichnet.
(Susanne Kettelför)