Im Gegensatz zu den meisten anderen Branchen hatte die kunststoffverarbeitende Industrie in den letzten Jahren ein stetiges, zum Teil enormes Wachstum zu verzeichnen. Nach krisenbedingten Einbrüchen in 2009 verzeichnet die Branche wieder deutliche Zuwachsraten. Experten schätzen das weltweite Wachstumspotential bis 2020 auf jährlich 5 Prozent.
Das große Innovationspotential der Branche beruht auf einer engen Kooperation zwischen Kunststofferzeugern, Kunststoffverarbeitern und dem Kunststoffmaschinenbau sowie der Umsetzung von erzielten Synergieeffekten. Die Orientierung auf Wachstumsmärkte wie der Automobil-Industrie, Elektrotechnik und Elektronik, Kommunikationstechnologie, Luft- und Raumfahrt oder Medizintechnik erfordert eine internationale Ausrichtung der Betriebe und Unternehmen. Große Potentiale bietet darüber hinaus der steigende Bedarf an Verpackungsmitteln und Produkten für die Bauwirtschaft.
Innovative Kunststoffanwendungen leisten einen hohen Beitrag zur Verbesserung der Energie- und Ressourceneffizienz, zum Beispiel:
- Gewichtsreduzierungen (z.B. im Automobil- und Flugzeugbau)
- Gewinnung erneuerbarer Energien (z.B. Rotoren für Windenergieanlagen, polymere Solarzellen)
- Verbesserung der Gebäudetechnik (z.B. Dämmstoffe, Latentwärmespeicherputz, moderne Fenster)
- Effizienzsteigerung im Elektro- und Elektronikbereich (z.B. Organische Leuchtdioden(OLED), PEM-Brennstoffzelle, Membrane
für Lithiumzellen).
Eine Exportquote von 38 Prozent unterstreicht die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen kunststoffverarbeitenden Industrie.
Auf die letzten fünf Jahre betrachtet, gehört die Kunststoffindustrie zu den wenigen Industriebereichen Deutschlands mit einer positiven Beschäftigungsbilanz. Unter Berücksichtigung der vielen Klein- und Kleinstbetriebe liegt die Zahl der Beschäftigten weit über 300.000. Dieser guten Entwicklung wirkt jedoch zunehmend ein Fachkräftemangel, insbesondere bei Kunststoffingenieuren, Technikern aber auch Verfahrensmechanikern und Werkzeugbauern entgegen.