Der Plan der EU-Kommission, die Beihilfen für die Steinkohle schon 2014 einzustellen, ist vom Tisch. Gemeinsam mit der IG BCE haben die Bergleute die Absicherung des deutschen Kohle-Paktes durch eine EU-Beihilferegelung erkämpft. Bis 2018 kann nun weiter Kohle gefördert werden.
Wie bereits 2007 vereinbart, sollen die Beihilfen schrittweise sinken. Die neue Richtlinie sieht für 2017/18 eine etwas stärkere Absenkung der Betriebsbeihilfen vor – um 75 % statt bisher 71,5 % gegenüber 2011. Das stellt die Sozialverträglichkeit jedoch nicht in Frage.
Europa hat unmissverständlich klar gemacht, dass 2018 endgültig Schluss ist mit Förderbeihilfen im Steinkohlenbergbau. Diese Entscheidung hat die Revisionsklausel des Steinkohlefinanzierungsgesetzes inhaltslos gemacht. Nun wird das deutsche Parlament auf Initiative der Bundesregierung Anfang 2011 über die Streichung dieser Klausel debattieren. Und über die Zukunft der Kohle.
Einen endgültigen Abschied vom Rohstoff Steinkohle hält die IG BCE nach wie vor für falsch. Denn die Nachfrage nach Kohle wird weltweit steigen. Trotz mehr regenerativen Energien wird Kohle weiter gebraucht. Deshalb fordert die IG BCE eine ernsthafte Debatte darüber, wie wir unsere zukünftige Energieversorgung umweltverträglich, zu vertretbaren Kosten und sicher gestalten wollen. Dabei geht es um ein wirklich grundlegendes energiepolitisches Konzept.
Statistische Daten zum Steinkohlenbergbau 2010:
Ende 2010 waren im deutschen Steinkohlenbergbau 24.207 Personen beschäftigt (einschließlich Mitarbeiter in struktureller Kurzarbeit und Qualifizierung), 3.110 oder 11,4 Prozent weniger als im Vorjahr.
Sie förderten 13,2 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE), 1 Millionen Tonnen SKE weniger als 2009.
Die Leistung je Mann und Schicht unter Tage betrug 6.092 Kilogramm verwertbare Förderung, sie stieg gegenüber 2009 um 8,8 Prozent.
Die Zechenkokerei produzierte 2 Millionen Tonnen Koks, 29,2 Prozent mehr als im Vorjahr.
Weitere Zahlenübersichten sind auch unter www.kohlenstatistik.de zu finden.