Im Gegensatz zu den meisten anderen Branchen hatte die kunststoffverarbeitende Industrie in den letzten Jahren ein stetiges, zum Teil enormes Wachstum zu verzeichnen. Im Zuge der 2008 einsetzenden weltweiten Wirtschaftskrise sind vor allem die Zulieferer für die Automobilindustrie, den Maschinenbau und die Elektrotechnik von deutlichen Einschnitten betroffen.
Das große Innovationspotential der Branche beruht auf einer engen Kooperation zwischen Kunststoff-Erzeugern, Kunststoff-Verarbeitern und Kunststoff-Maschinenbau sowie der Umsetzung von Synergieeffekten. Die Orientierung auf Wachstumsmärkte wie der Automobil-Industrie, Elektrotechnik und Elektronik, Kommunikations-Technologie, Luft- und Raumfahrt oder Medizin-Technik erfordert eine internationale Ausrichtung der Betriebe und Unternehmen. Große Potentiale bietet darüber hinaus der steigende Bedarf an Verpackungsmitteln und Produkten für die Bauwirtschaft.
Eine Exportquote von 39 Prozent unterstreicht die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen kunststoffverarbeitenden Industrie.
Auf die letzten fünf Jahre betrachtet, gehört die Kunststoff-Industrie zu den wenigen Industriebereichen Deutschlands mit einer positiven Beschäftigungsbilanz. Unter Berücksichtigung der vielen Klein- und Kleinstbetriebe liegt die Zahl der Beschäftigten weit über 300.000. Dieser guten Entwicklung wirkt jedoch zunehmend ein Fachkräftemangel, insbesondere bei Kunststoffingenieuren, Technikern aber auch Verfahrensmechanikern und Werkzeugbauern entgegen.